Wie viel Leistung benötigen meine Werkzeuge?
Bei der Ausstattung Ihrer Werkstatt ist es entscheidend, den konkreten Strombedarf Ihrer Elektrowerkzeuge zu kennen. So vermeiden Sie Überlastungen und stellen sicher, dass Ihre Ausstattung ausreichend Strom für einen sicheren und effizienten Betrieb erhält.
Richtwerte zum Amperebedarf

Elektrowerkzeuge haben je nach Leistung und Funktionen unterschiedliche Stromstärkeanforderungen. Die Ampere-Angabe auf dem Typenschild eines Werkzeugs zeigt, wie viel Strom es unter Volllast benötigt.
- Kleine Elektrowerkzeuge wie Schleifmaschinen und Stichsägen benötigen in der Regel 2 bis 8 Ampere.
- Größere Elektrowerkzeuge wie Kreissägen, Tischkreissägen und Drehmaschinen benötigen häufig 6 bis 16 Ampere.
- Leistungsstarke Maschinen wie Absauganlagen und Luftkompressoren können 20 Ampere oder mehr benötigen.
Kabelgebundene Werkzeuge beziehen ihren Strom direkt aus dem Stromnetz. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Werkstattinstallation die erforderliche Leistung bereitstellen kann. Diese wird berechnet, indem man Spannung mit Ampere multipliziert. Akkuwerkzeuge hingegen werden mit Batterien betrieben. Dabei sind vor allem die Batteriespannung und die Amperestunden ausschlaggebend, denn sie bestimmen die verfügbare Leistung und die Betriebsdauer.
Denken Sie auch an Werkzeuge, die sich für einen Betrieb mit 240 Volt statt der üblichen 120 umverdrahten lassen. Das kann den Strom effizienter nutzen und möglicherweise den benötigten Strombedarf senken. Einige größere Elektrowerkzeuge arbeiten beispielsweise bei höherer Spannung energieeffizienter.
Berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung wichtige Faktoren wie die Nutzungsdauer, den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Werkzeuge und Leistungsspitzen. Richten Sie Ihre Werkstatt nicht nur für den aktuellen Bedarf, sondern auch für künftige Werkzeuge mit möglicherweise höherem Strombedarf ein.
Lesen Sie unbedingt die Bedienungsanleitung des Werkzeugs oder die Angaben auf dem Typenschild, um den genauen Amperebedarf zu ermitteln. Im Zweifelsfall kann Ihnen eine Elektrofachkraft Auskunft über die für Ihre Werkstatt passende Stromversorgung und den Leistungsbedarf geben.
Wie dimensioniere ich Unterverteilung und Stromkreise?

Wenn Sie die Größe Ihrer Unterverteilung festlegen, müssen Sie den erforderlichen Umfang für den Strombedarf Ihrer Elektrowerkzeuge ermitteln. So bestimmen Sie die passende Größe für Unterverteilung und Stromkreise:
- Gesamtstromstärke berechnen: Listen Sie zunächst den Amperebedarf jedes Werkzeugs auf, der meist auf dem Typenschild angegeben ist. Addieren Sie die Werte, um die erforderliche Gesamtstromstärke Ihrer Werkstattinstallation abzuschätzen.
- Elektrovorschriften beachten: Laut Elektrovorschriften sollte die von Ihnen gewählte Unterverteilung höchstens mit 80 % ihrer maximalen Belastbarkeit beansprucht werden. Beträgt Ihr gesamter Strombedarf beispielsweise 40 Ampere, sollten Sie aus Sicherheitsgründen eine Unterverteilung mit mindestens 50 Ampere Nennstrom wählen.
- Leistungsschutzschalter auswählen: Der Leitungsschutzschalter dient als Sicherheitsvorrichtung und muss für die Belastung ausgelegt sein. Ergibt sich eine Gesamtlast von 48 Ampere, wäre die nächsthöhere Standardgröße ein Leitungsschutzschalter mit 50 Ampere.
- Kabelquerschnitt auswählen: Achten Sie auf den richtigen Kabelquerschnitt, damit die Leitung für den Strom ausgelegt ist. Für eine Unterverteilung mit 60 Ampere eignet sich in der Regel ein Kabel der Stärke 6, sofern die Entfernung nicht einen größeren Querschnitt, etwa Stärke 4, erfordert.
Vor Beginn der Arbeiten sollten Sie unbedingt eine zugelassene Elektrofachkraft hinzuziehen. Sie kennt sich mit den Besonderheiten von Stromkreisen aus und kann sicherstellen, dass Ihre Installation allen örtlichen Vorschriften und Elektrovorschriften entspricht. Eine falsche Dimensionierung kann zu gefährlichen Bedingungen oder einer ineffizienten Stromversorgung führen. Ihre Sicherheit und die Zuverlässigkeit Ihrer Elektrowerkzeuge hängen von der richtigen Dimensionierung der Stromkreise und der Verteilung ab.
Steht mir ausreichend Strom zur Verfügung?
Um festzustellen, ob Ihre Hausinstallation für Ihre Elektrowerkzeuge geeignet ist, müssen Sie die Kapazität Ihres Sicherungskastens und den Amperebedarf Ihrer Werkzeuge prüfen. Die meisten Häuser, die in den vergangenen vier Jahrzehnten gebaut wurden, verfügen in der Regel über genügend Kapazität für gängige Elektrowerkzeuge. Sicherheit und Effizienz sind jedoch entscheidend. Daher sollten Sie die Belastung der Anlage berücksichtigen.
Prüfen Sie zunächst das Typenschild Ihres Elektrowerkzeugs. Dort ist die Stromaufnahme angegeben. Kleine Elektrowerkzeuge wie Schleifmaschinen oder Stichsägen benötigen üblicherweise 2 bis 8 Ampere, während größere Werkzeuge wie Oberfräsen oder Tischkreissägen 6 bis 16 Ampere aufnehmen können.
Werfen Sie nun einen Blick in Ihren Sicherungskasten. Die Kapazität eines üblichen Sicherungskastens in einem Wohnhaus liegt zwischen 100 und 200 Ampere. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Gesamtstromstärke aller laufenden Geräte und Haushaltsgeräte 80 % der Kapazität nicht überschreitet – das dient der Sicherheit und verhindert eine mögliche Überlastung.
Zum Beispiel:
- Wenn Ihr Sicherungskasten für 100 Ampere ausgelegt ist, sollte die sichere Höchstlast nicht mehr als 80 Ampere betragen.
- Der gleichzeitige Betrieb einer Oberfräse (6 Ampere) und einer Schleifmaschine (4 Ampere) erfordert 10 Ampere Strom.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Sicherungskasten die Gesamtstromaufnahme Ihrer Werkzeuge verkraftet. Bleibt die Belastung durch Ihre Geräte zusammen mit dem übrigen Haushaltsbedarf unter diesem Grenzwert von 80 %, ist Ihre Anlage wahrscheinlich ausreichend dimensioniert. Nähert sich die Gesamtbelastung jedoch der Kapazitätsgrenze, kann dies die Effizienz Ihrer Werkzeuge beeinträchtigen und aufgrund der zusätzlichen Beanspruchung der Anlage Ihre Stromkosten erhöhen.
Um jedes Risiko zu vermeiden, sollten Sie eine Elektrofachkraft hinzuziehen, die Ihren konkreten Strombedarf und die Kapazität Ihres Sicherungskastens beurteilt.
Wie kann ich beim Einsatz von Elektrowerkzeugen Strom sparen?
Beim Einsatz von Elektrowerkzeugen gibt es wirksame Möglichkeiten, Effizienz und Sicherheit zu verbessern und zugleich den Stromverbrauch im Blick zu behalten. Wenn Sie diese Strategien beherzigen, verlängern Sie nicht nur die Lebensdauer Ihrer Werkzeuge, sondern sparen auch Strom und senken Ihre Kosten.
- Akkuwerkzeuge sorgfältig auswählen: Entscheiden Sie sich für Elektrowerkzeuge mit Lithium-Ionen-Akkus, die eine längere Lebensdauer und eine höhere Energieeffizienz bieten. Nehmen Sie den Akku aus dem Werkzeug, wenn es nicht benutzt wird, und bewahren Sie ihn an einem kühlen, trockenen Ort auf, damit er sich nicht entlädt.
- Werkzeuge pflegen: Halten Sie Ihre Elektrowerkzeuge sauber und gut instand. Ein sauberes, geschmiertes Werkzeug erzeugt weniger Reibung, arbeitet dadurch leistungsfähiger und verbraucht weniger Strom.
- Das passende Werkzeug für die Aufgabe verwenden: Ein zu kleines Werkzeug für ein anspruchsvolles Projekt kann zu ineffizientem Stromverbrauch und übermäßiger Beanspruchung führen. Größere Werkzeuge verbrauchen dagegen mehr Strom und sind für kleinere Aufgaben möglicherweise überdimensioniert.
- Mit optimaler Drehzahl arbeiten: Die richtige Drehzahl und der passende Anpressdruck können die Effizienz Ihrer Elektrowerkzeuge steigern. Eine zu hohe Drehzahl verschwendet Strom, ohne die Leistung zu verbessern.
- Akkus und Ladegeräte im Blick behalten: Verwenden Sie ein intelligentes Ladegerät für Elektrowerkzeug-Akkus, das eine Überladung verhindert. So vermeiden Sie unnötigen Stromverbrauch und eine verkürzte Akkulebensdauer. Ziehen Sie außerdem den Netzstecker des Ladegeräts, wenn Sie es nicht benutzen, um den Standby-Verbrauch zu vermeiden.
- Arbeiten planen: Verringern Sie Leerlaufzeiten, indem Sie Ihre Aufgaben planen. Schalten Sie Werkzeuge zwischen den Einsätzen aus, statt sie laufen zu lassen.
Die Wattzahl gibt an, wie viel Leistung ein Werkzeug verbraucht. Wenn Sie die Faktoren berücksichtigen, die sich auf die Wattzahl auswirken, können Sie Strom sparen. Mit diesen Maßnahmen können Sie den Einsatz Ihrer Elektrowerkzeuge effizient und sicher steuern und dabei Leistung und Energieverbrauch optimal ausbalancieren.
Ist eine Umverdrahtung auf 240 Volt die beste Lösung?
Wenn Sie Effizienz und Leistung Ihrer Elektrowerkzeuge betrachten, fragen Sie sich vielleicht, ob ein Betrieb mit 240 Volt Vorteile bietet. Eine Umverdrahtung auf eine höhere Spannung, etwa 240 Volt, verbessert in der Regel die Leistung von Elektrowerkzeugen – insbesondere bei hohem Leistungsbedarf. Denn bei 240 Volt nehmen Elektrowerkzeuge weniger Strom auf als bei 120 Volt und arbeiten dadurch effizienter.
- Effizienz: Bei 240 Volt wird der von Elektrowerkzeugen verbrauchte Strom effizienter genutzt. Wenn Sie beispielsweise eine Tischkreissäge oder eine Absauganlage auf 240 Volt umrüsten, kann sich die Gesamtstromstärke dieser Geräte deutlich verringern, wodurch Ihre Elektroinstallation weniger belastet wird.
- Sicherheit: Die Einhaltung der geltenden Elektrovorschriften ist unerlässlich. Wenn Sie eine Umverdrahtung planen, sollten Sie unbedingt eine Elektrofachkraft hinzuziehen oder mit den Arbeiten beauftragen, damit alle Sicherheitsstandards eingehalten werden. Beim Wechsel auf 240 Volt kann außerdem eine Anpassung der Verkabelung erforderlich sein, um die höhere Spannung sicher zu bewältigen.
- Auswirkungen auf das elektrische System: Insgesamt kann Ihr elektrisches System von der Umstellung profitieren, da Stromkreise mit höherer Spannung zu einer ausgewogeneren Lastverteilung beitragen können. Geräte und Werkzeuge mit 240 Volt können häufig mit weniger Stromkreisen betrieben werden, was den Stromverbrauch weiter optimiert.
Beachten Sie, dass nicht alle Elektrowerkzeuge für 240 Volt ausgelegt sind und eine Umrüstung nicht immer vorteilhaft oder notwendig ist. Prüfen Sie unbedingt die technischen Daten Ihrer Werkzeuge und die Leistungsfähigkeit Ihrer Elektroinstallation, bevor Sie sich für eine Neuverkabelung entscheiden. Achten Sie stets darauf, die geltenden Elektrovorschriften einzuhalten, um eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Ampere verbrauchen Elektrowerkzeuge normalerweise?
Elektrowerkzeuge weisen je nach Größe und Typ sehr unterschiedliche Stromstärken (Amperewerte) auf. Hier eine Übersicht typischer Amperebereiche für verschiedene Elektrowerkzeuge:
- Kleine tragbare Elektrowerkzeuge (Schleifgerät, Stichsäge usw.): 2 bis 8 Ampere
- Größere Elektrowerkzeuge (Oberfräse, Kreissäge, Tischkreissäge, Drehmaschine usw.): 6 bis 16 Ampere
- Schlagbohrschrauber Surge: 2,6 Ampere im Leerlauf, maximal bis zu 20,5 Ampere
- Kompakter Schlagschrauber: maximal 17–20,5 Ampere
- Oszillierende Multifunktionswerkzeuge: typischerweise 2,6–6,5 Ampere, maximal 21–32 Ampere
- Rucksackstaubsauger: 8,8–15,9 Ampere
- Kompaktgebläse: 5–17 Ampere
- Bei anderen getesteten Werkzeugen lag die maximale Stromaufnahme zwischen 11 und 55 Ampere
- 18-V-Akkuschrauber: bei blockiertem Motor maximal etwa 30 Ampere, im normalen Betrieb deutlich weniger
- Kabelgebundene Elektrowerkzeuge sind häufig für 8 Ampere bei 120 V ausgelegt, das entspricht etwa 1.000 Watt. Akkuversionen erreichen normalerweise etwa die halbe Leistung kabelgebundener Geräte, also 500 Watt beziehungsweise etwa 30 Ampere bei 18 V
Im Allgemeinen verbrauchen größere Werkzeuge wie Tischkreissägen und Oberfräsen mehr Strom als kleinere Geräte. Akkugeräte mit 18-V-Lithium-Ionen-Akkus können sehr hohe Spitzenströme von 30–50 Ampere oder mehr erreichen, im Betrieb ist die durchschnittliche Stromaufnahme jedoch deutlich geringer. Der Amperewert kabelgebundener Werkzeuge gibt den maximalen Dauerstrom an, den das Gerät ohne Überhitzung verkraftet, nicht unbedingt die tatsächliche Stromaufnahme während des Betriebs.
Welchen Leistungsbedarf haben Luftkompressoren?
Luftkompressoren haben einen unterschiedlichen Leistungsbedarf. Kleine Kompressoren für den Heimgebrauch benötigen in der Regel etwa 10–15 Ampere, während Industriemodelle 20 Ampere oder mehr benötigen können. Denken Sie daran, die Spannung mit der Stromstärke zu multiplizieren, um die Leistung in Watt zu berechnen.
Sind Werkzeuge mit höherer Stromstärke gefährlich?
Ja, Werkzeuge mit höheren Amperewerten können bei unsachgemäßer Verwendung eine Gefahr darstellen. Achten Sie darauf, dass der Leitungsschutzschalter entsprechend ausgelegt ist, um Überhitzung und mögliche Probleme mit elektrischem Strom zu vermeiden. Tragen Sie stets geeignete Schutzausrüstung und halten Sie sich an die vorgeschriebenen Wartungsverfahren, um die Lebensdauer und Sicherheit zu erhöhen.
Was bedeutet „Amperewert“?
Der Amperewert gibt die maximale elektrische Stromstärke an, die ein Werkzeug sicher aufnehmen kann. Werkzeuge mit höheren Amperewerten sind in der Regel für anspruchsvollere Aufgaben wie Bohren und Schleifen ausgelegt und bieten häufig zusätzliche Funktionen, die jedoch den Wartungsaufwand beeinflussen können.
Denken Sie daran: Wenn Sie Elektrowerkzeuge innerhalb der empfohlenen Grenzwerte verwenden, arbeiten Sie sicher und effizient und vermeiden eine unnötige Belastung des Werkzeugs und der Stromquelle.






